Phantom Obligation – The Relay 010
Die News der Woche aus Sport, Marketing und der Kreativbranche in den USA.
Ich bin gestern von meiner Woche im Airbnb Headquarter nach Hause gekommen. Die fünf Tage in San Francisco, mit vielen Kollegen und Meetings, ist immer inspirierend, aber auch immer pickelpacke voll. Tage beginnen früh und enden meistens mit dem Abendessen mit Teampartnern oder wie am Dienstag mit wildfremden Leuten aus anderen Abteilungen, mit denen man bei Interesse zusammengebracht wird. Dieses Speeddating mit Kolleg:innen, mit denen man sonst vielleicht nie zusammenarbeiten würde, erweitert auf jeden Fall den Horizont und wie kleine dann doch seine eigenen Aufgaben sind.
Was bei dem ganzen Troubel hintenanstehen muss, sind die Sachen, die sonst einen im Alltag busy halten. Und so merkt man, wie zum Teil unwichtig diese zum größten Teil sind. Genau in diesen Gedanken habe ich von einem Begriff erfahren, der wie die Faust aufs Auge passt. ‘Phantom Obligation’: The guilt you feel for something no one asked you to do also Das Schuldgefühl, das man für etwas empfindet, worum einen niemand gebeten hat. Damit gemeint ist eine „Aufgabe”, die man sich selbst aufertan hat, die sich aber dann nach einer essentiellen Herausforderung anfühlt. Ob das E-Mails abarbeiten, inklusive Newslettern von Onlineversandhäusern, wo man vor Jahren mal was bestellt hat, oder das Lesen von Welt-Nachrichten und das endlose Scrollen in Social-Media-Plattformen.
Also meine kleine Aufgabe für dich und auch für mich am heutigen Sonntag: Eine kleine Inventur durch dein echtes, aber vor allem digitales Leben. Was hat wirklich verdient, unsere Aufmerksamkeit und kostbare Zeit zu bekommen?
Nächste Woche startet die neue Saison der Formel 1. Und der US-Rechterinhaber Apple TV hat seine Promomachine angeworfen. Neben dem Kinodeal, von dem ich dir letzte Woche erzählt habe, kann man jetzt alle Rennstrecken bis ins kleinste Detail bei Apple Maps anschauen. Und in einer mehr als interessanten Tauschaktion kann man Drive to Survive jetzt nicht nur auf Netflix, sondern auch auf Apple TV schauen. Und bezahlt hat die Techfirma aus Cupertino mit einem Live-Rennen, was heißt, dass sie im Frühsommer das Rennen aus Montreal zeigen dürfen.
Und das war bei weitem nicht die größte Story um Netflix diese Woche, denn sie haben die eigentlich schon vereinbarte Übernahme von Warner Bros abgesagt, bzw. diese Woche bekannt gegeben, dass sie das aktuelle Angebot von Paramount nicht überbieten werden. Angenehmer Nebeneffekt: Offiziell heißt es also, dass Warner der Abmachung mit Netflix zurückziehen muss, um mit Paramount zu verhandeln, also werden über 2 Milliarden Dollar Break-up Fee fällig, was Netflix jetzt für neue Serien und Filme investieren kann.
Introducing the first-ever music-streaming urn from Liquid Death x Spotify. Finally, death is a lot less boring. With the Eternal Playlist Urn, now the dead can listen to their favorite jams for all of eternity. There are only 150 in existence. Get your own before they are gone forever—aber leider schon direkt ausverkauft.
Im Herbst kommen die Löwen in die Münchner Allianz Arena. Aber nicht die 1860er, sondern die Lions aus Detroit, denn das NFL-Team aus der Motorcity kommt für das diesjährige Germany-Game als Gastgeber in die Heimatstadt von BMW. Wer der Gegner sein wird steht offiziell noch nicht fest.
Eine ganz lustige Erfindung hat die taiwanesische Designerin Yi-Fei Chen entwickelt. Jeder, der sie in Zukunft zum Weinen bringt, wird mit ihrer Tear Gun angegriffen, die ihre Tränen einfriert und zu Munition macht.
Werbespot des Monats war für mich der Australian Open Film von Essenlieferant Uber Eats, der den 90er Jahre Tennisstar Jim Courier zu ihrem Courier gemacht hat.
Wer denkt, dass die HBO-Serie Succession komplett aus der Luft gegriffen war, für den hat Netflix jetzt bald eine Dokumentation über die Murdochs im Angebot. Bei ‘Dynasty: The Murdochs’ sieht man wie Fox-Gründer und Media-Millardär Rupert Murdoch seine Kinder gegeneinander ausspielt und wir in einer perversen Spielshow versucht aus seinen Zöglingen, den besten Nachfolger oder Nachfolgerin zu finden.
Filmemacher Louis Theroux taucht wieder komplett und tief in ein Thema ein. Wie schon vor paar Wochen angekündigt, hat er sich mit der Manosphere an Lifestyle-Influencer und Testosteron-Scharlatanen angenommen und gibt uns so einen Einblick in diese verrückte und erschreckende Welt.
Das Magazin ‘The Atlantic’ hat mit Unusual Views of the Olympics eine tolle Galerie der besten Fotos der vergangenen Winterspiele zusammengestellt.
Ich besuche nachher das Cosm, eine Art Mini-Sphere neben dem SoFi Stadium, und schaue mir mit meinem Freund Tom Arsenal gegen Chelsea in der ersten Reihe an – und zwar mehrere tausend Meilen vom Emirates Stadium in London entfernt. Ich werde berichten, wie es war.
Have a splendid weekend und bis nächste Woche,
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